Vuvuzelas gegen den Rest der Welt

von: Eric

Die ersten drei Tage der WM 2010 sind vorbei. Was haben wir gelernt?

Fangen wir vorne an. Es war einmal vor langer, langer Zeit, Ende der Siebziger da gab es eine Zeichentrickserie in der eine gewisse Maja unser Herz erfreute. Eine Biene. Nun, das Image der Bienen leidet im Moment, da wir dreimal täglich von einem permanenten Bienenstock-Geräusch gefoltert werden.

Es ist schön und gut, dass man den Einwohnern des Gastgeberlandes die Sitten lässt aber diese Vuvuzelas strapazieren die Nicht-Südafrikanische Ohrmuschel über Gebühr.

Ein Fußballspiel in dem man das Publikum nicht mehr wahrnimmt, da man keinerlei Geräusche hört, außer diesen Tröten, die eben wie Maja brummen, gehören verboten.

Da aber der Herr Fifa-Präsident sich dafür eingesetzt hat, dass sie es nicht werden, werden Sie uns noch den Rest der WM quälen. In Deutschland wurden die Tutsen auf der Fanmeile verboten, da man ja auch mit ihnen schlagen kann.

Mir gefällt, daß in den Stadien “Vuvuzela-Stopper” angeboten werden. Ohrstöpsel, die den Schallpegel auf 100 dB senken!

Etwas enttäuscht haben mich hier die englischen Fans. Man hätte ja erwartet, dass sie diese Dinger den Gastgerbern um den Hals wickeln, damit der Krach endlich aufhört, aber selbst dazu kam es nicht. Kein Verlaß mehr auf alte Werte…

Kommen wir zum nächsten Punkt. Die Favoriten haben sich bei der WM nicht mit Ruhm bekleckert. Die Engländer konnten die Großmacht USA nicht besiegen, Argentinien hat immerhin ein Tor mehr geschossen als Nigeria und König Otto verliert mit Griechenland gegen Südkorea.

Gut, dass Gary Lineker immer noch Recht hat.

„Fußball ist, wenn 22 Mann dem Ball hinterherlaufen und am Ende gewinnt Deutschland“.

In einem nie gefährdeten Auftaktspiel haben die deutschen Kicker Australien 4:0 abgefertigt. Sicherlich hat geholfen, dass der Schiedsrichter seine Person immer schön im Mittelpunkt gehalten hat, da er munter Karten verteilte. Gelbe Karten für Cacau und Özil wegen „Schwalben“. Bei Özil vertretbar, Cacau sprang hoch, da er seine Knöchel nicht brechen hören wollte. Ein paar weitere gelbe Karten für Australier sowie ein Platzverweis, der es unserer Mannschaft auch nicht schwerer gemacht hat. Trotzdem bin ich so kühn zu behaupten, dass wir diesen Gegner auch ohne den Schiri bezwungen hätten.

Jeder einzelne Spieler kann man nur loben. Heraus gestochen haben für mich Thomas Müller, der vor 13 Monaten noch für 1400 Zuschauern 3. Liga spielte und Özil, sowie Klose, Podolski, Friedrich, Khedira, Neuer, Cacau, eben alle.

Jogi Löw ist zu beglückwünschen, dass er sich nicht von der Kritik beirren ließ und Podolski sowie Klose aufgestellt hat. Die beiden haben in der Nationalmannschaft immer ihre Tore gemacht und sich diesmal mit diesen beim Bundestrainer, für seine Treue, bedanken können. Der eingewechselte Cacau traf auch und Gomez tat das, was man von ihm erwartet hat. Nichts. Aber fairer Weise muß man sagen, die Zeit war für ihn auch knapp.

Von den „Favoriten“ die bisher ihre Spielkunst präsentieren durften, traten die deutschen Kicker am souveränsten auf. Ich bin mal gespannt, was die Italiener, Holländer oder Brasilianer zeigen werden. Ich hoffe das Niveau wird sich eher am deutschen Spiel orientieren, da die vorherigen Spiele weiß Gott keine Offenbarung waren.

Aber das beeindruckendste  des Spieles war, dass ich kurz nach dem Anpfiff, aber nur ganz Kurz die Zuschauer wahrnehmen konnte, die somit lauter als der südafrikanische Bienenschwarm waren. Wirklich schade, denn unsere Art Fußball zu genießen hängt auch mit den Emotionen der Zuschauer zusammen und diese werden bei dieser WM leider nicht stattfinden.

2 Kommentare bisher

  1. Fussball-Blogger am 14.06.2010

    boh die Vuvuzelas sind total nervig. Im Stadion schön und gut, aber muss es sein, dass man den ganzen Tag damit andere Leute belästigt, obwohl kein WM-Spiel läuft? :D

  2. Anja am 27.06.2010

    Ach, ich finde die Vuvuzelas super.
    Das ist so ein schönes temporäres Problem. Momentan regen sich alle drüber auf, aber in 2 Monaten kann sich niemand mehr daran erinnern. :-)

    Ich habe mir eine von dem großen Bayrischen Brauhaus besorgt… Als kleine Érinnerung.

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