Mesut Özil

von: Eric

Die neue Saison steht in den Startlöchern. Das Kicker-Sonderheft ist gedruckt. Die Mannschaftsfotos der 36 Profivereine hängen an den Wänden. Jedoch eines dreht sich weiter. Das Transferkarussell. Khedira ist in Madrid gelandet. Im Moment geht es um Mesut Özil. Dieser wird ebenfalls von den königlichen umworben, sein Verein blieb aber standhaft. Bis gestern. Durch angeblich 15 Millionen getröstet, stimmte man dem Wechsel zu.

Es ist ein zweischneidiges Schwert, seinen besten Spieler vor Ablauf seines Vertrages für viel Geld zu verkaufen. Einerseits freut man sich über die hohe Ablöse. Dieses Geld kann man in den Nachwuchs stecken, Schulden abbauen, eine Fußballschule bauen oder die Mannschaft verstärken. Aber womit? Eine Woche vor Ligastart, sind die Sahnehäubchen des Transfermarktes sicherlich abgegriffen. Somit gibt es keinen gleichwertigen Ersatz. Hier liegt also der Hase im Pfeffer. Eine erfolgreiche Mannschaft sprengen und finanziell konsolidiert im Mittelmaß umherdümpeln? Dafür gibt es einige Beispiele.

Der VFB Stuttgart erlebt das jetzt ein weiteres Mal. Da war das magische Dreieck mit Ballakov, Bobic und Elber. Alle zog es in die Ferne, der Verein hatte Geld aber keinen gleichwertigen Ersatz. Nach der Meistersaison des VFB ging das ganze Spiel wieder von vorne los und heute geht Khedira.  Bremen verkaufte einst Rudi Völler nach Rom. Lothar Matthäus und Andreas Brehme zog es nach Mailand. Letztes Jahr verließ Diego Bremen und wurde von Özil gleichwertig ersetzt. Geht das jedes Mal gut?

Geld macht nicht immer glücklich. Real Madrid pumpt seit Jahren hunderte von Millionen in die Fußballwelt und kommt trotzdem mit seinem Staraufgebot nicht mehr ins Viertelfinale der Chamions-League.

Es ist also eine harte Entscheidung für die Bremer. Halten sie ihn, bleibt er noch ein Jahr und kann ablösefrei wechseln. Dann fehlt das Geld auf jeden Fall.

Geht er weg wird er evtl. nicht so ersetzt, dass auf dem gleichen Niveau wie letzte Saison weitergespielt werden kann. Ich möchte nicht in der Haut von Klaus Allofs und Thomas Schaaf stecken.

Ein schönes Beispiel wie es anders laufen kann gab es in der Vergangenheit. Ende der 90er Jahre gab es in Kaiserslautern einen überragenden Spieler. Wolfram Wuttke. Er war genial, aber auch ein schwieriger Charakter. Als er verkauft wurde, glaubte jeder, dass es das für den FCK gewesen ist und schwups gewann man 1990 den Pokal und 1991 die Meisterschaft. Mit einer großartigen Mannschaftsleistung. Wer war der Star? Es gab keinen außer dem Kollektiv.

Es ist also alles möglich in Bremen. Es bleibt spannend.

5 Kommentare bisher

  1. Andre am 19.08.2010

    Werder denkt schon immer wirtschaftlich, deshalb war der Abgang von Özil der logische Schritt. Das Gute in Bremen aktuell ist, dass alle Mittelfeldpositionen gut besetzt sind. Durch den Abgang von Özil entsteht sicher eine Lücke, aber eine, die zur Not auch intern geschlossen werden kann.

    Zudem kann nur für zehn Millionen+ noch ein Ersatz geholt werden. Und man hätte noch immer einen Rest übrig als Rücklage.

  2. wein und fußball freund am 26.08.2010

    Mir war es auch vollkommen klar, dass Werder Özil verkauft! Meiner Meinung nach wird Özil aber fehlen und das hat man am Dienstag auch schon gesehen!

  3. Andi am 26.08.2010

    Werder Bremen kann den Abgang von Özil sicherlich kompensieren, da die Mannschaft klasse hat und tief besetzt ist. Der VfB ist für mich ein Abstiegskandidat, da Spieler wie Khedira, Magnin, Hilbert, Lehmann, Osorio, Gomez oder Hitzelsperger nicht adequat ersetzt wurden.
    Aber das tolle am Fussball ist, man(n) weiß nie wie es kommt

  4. Thomas Schneider am 27.08.2010

    Genau meine Meinung. Was nutzt es viel Geld zu haben, jedoch langfristig durch mangelnde Investitionsbereitschaft ins eigene Team, viel Geld zu verspielen.

  5. Jens am 08.09.2010

    Ach ja, die werfen da nur so mit Gelder um sich in der Bundesliga. Da hat Werder wohl ein Schnäpchen gemacht wenn noch was unterm Strich übrig bleibt.

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