Linienrichter hat Hand Gottes gesehen

von: Frank

Nach über 20 Jahren hat der bulgarische Linienrichter Bogdan Dotchev zugeben, bei der WM 1986 in Mexiko das berühmte Handtor von Diego Maradona in der Partie Argentinien gegen England gesehen zu haben. So weit so gut, aber noch viel interessanter finde ich, weshalb und wie er ausgerechnet jetzt sagt, dass er die “Hand Gottes” gesehen hat.

Der Tunesische Schiedsrichter Ali Bin Nasser, der diese Partie geleitet hat, hat letzte Woche die Schuld Bogdan Dotchev zugeschoben und ihm vorgehalten, dass er das Handspiel nicht signalisiert hat. Daraufhin hat Dotchev zugegeben, dass Tor gesehen zu haben und seine Meinung zu diesem Tor geäußert:

“Ein europäischer Schiedsrichter hätte dieses Tor niemals gewertet.“

“Europäische Schiedsrichter leiten mindestens ein bis zwei wichtige Spiele im Monat und sind großen Druck gewohnt.”

“Welche Spiele kann Bin Nasser in der Wüste leiten, wo es außer Kamelen nichts gibt.”

“Er ist ein Idiot, der lieber Kamele in der Wüste hüten sollte, als ein WM-Spiel zu leiten.”

Dann erklärt es uns auch noch, weshalb er dem angeblich unfähigen Schiedsrichter nicht wenigstens auf das Handspiel hingewiesen hat.

“Weil der Schiedsrichter bereits auf Tor entschieden hatte, konnte ich die Flagge nicht mehr heben und ihm über das Handspiel informieren. Die Regeln waren damals anders als heute.”

Wirklich? Dann hören wir mal, was Englands Schiedsrichterobmann Keith Hackett dazu sagt;

“Es gab damals keine Regeln, die den Linienrichter davon abhielten den Schiedsrichter über ein Handspiel zu informieren.”

Also lieber Bogdan Dotchev, es wäre besser gewesen noch 20 Jahre zu schweigen als auf diesem, wirklich unterstem Niveau zu argumentieren.

Quelle: The Sun

2 Kommentare bisher

  1. Hänsu am 18.01.2007

    Nun, es spielt überhaupt keine Rolle, ob ein Kamel dieses Spiel geleitet hat oder eine Bulgarische Ziege an der Linie stand oder umgekehrt. Es spielt auch keine Rolle, ob jemand etwas gesehen hat oder nicht, denn in dieser Situation entschied eine höhere Macht, Gott, genauer gesagt, die Hand Gottes. Keine Regel, kein Schiedsrichter und erst recht kein Kamel konnte damals der Hand Gottes das Wasser reichen. Somit ist die Bemerkung dieses Herrn Bogdan effektiv überflüssig.
    Übrigens, nur kurze Zeit später hat die Hand Gottes ihren Wirkungskreis in die Füsse Gottes gelegt und diese sind wie der Wind über den Rasen gefegt und haben die wohl grösste Szene aller Zeiten, des besten Spielers aller Zeiten, zu dem gemacht,was es wohl noch in 100 Jahren sein wird: eine Augenweide fussballerischer Perfektion gepaart mit Athletik, Dynamik, Tempo und eben, einem Hauch von Gott!
    Diese beiden Tore werden wir uns immer und immer wieder anschauen, vor jeder WM bei den Rückblenden auf vergangene Zeiten und immer dann, wenn wir Gott auf Erden nicht in Rom zum Balkon hinaus sabbern sehen wollen, sondern wenn wir ihm beim Fussball zuschauen möchten.

    Lang lebe Diego Armando Maradona #10

  2. Welt Hertha Linke am 05.10.2007

    Soziologie-Exkurs: Warum es keine guten Schiedsrichter geben kann…

    Was hat es eigentlich mit der Rolle des Schiedsrichters auf sich? Und warum ist ein Schiedsrichter dazu verdammt einen schlechten Job zu machen? Diese Fragen lassen sich insbesondere mit dem Blick durch die soziologische Brille einleuchtend beantworte…

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