Kritik an der UEFA Ausschreibung für EM Events

von: Frank

Das Forum Marketing-Eventagenturen FME hat in einem offenen Brief an die UEFA seine Kritik an dem Ausschreibungsverfahren der UEFA für EM Events geäußert und bekommt vom Kommunikationsverband vollste Unterstützung.

Worum geht’s? Die UEFA hat die Marketing-Eventagenturen zum Pitch um fünf Zeremonien rund um die Fussball Europameisterschaft 2008 geladen. Der Ablauf und alle Modalitäten werden normalerweise vom Auftraggeber genauestens definiert, damit alle Agenturen wissen, welche Leistungen von ihnen erwartet werden und der Auftraggeber sich sicher sein kann, Konzepte zu erhalten, die seine Anforderungen erfüllen.

Die genauen Modalitäten wurden von der UEFA bekannt gegeben und mit diesem Modalitäten hat das Forum Marketing-Eventagenturen, ich denke verständlicherweise, ein Problem. In ihrem offenen Brief hat das FME einige Punkte, mit denen man nicht einverstanden ist, aufgeführt. Hier einige Auszüge:

- Sämtliche Kosten, die mit der Erstellung des Konzeptes in Zusammenhang stehen, gehen zur Lasten der Agentur.

- Die UEFA kann sämtliche Veranstaltungsteile auch alleine ohne eine Angabe von Gründen umsetzen.

- Die Agentur muss Eigentümer sämtlicher Rechte sein und tritt diese bereits bei der Präsentation an die UEFA ab.

Und dann stellt das FME die folgende, berechtigte Frage:

Sie fordern also, dass jede teilnehmende Agentur sämtliche Rechte abtritt und behalten sich im gleichen Atemzug vor, die einzelnen Veranstaltungsteile selbstständig durchzuführen. Sind Sie ausschließlich an einer kostenfreien Sammlung von Ideen interessiert?

Diese Gedanken hatte ich auch, als ich den Brief gelesen habe und obwohl ich nichts mit Eventveranstaltungen oder ähnlichem zu tun habe und ich nicht weiß, wie solche Ausschreibungen bei anderen Großveranstaltungen ablaufen, würde ich bei diesen Bedingungen für die Planung eines solchen Events keinen Finger krumm machen, um dann nachher vielleicht feststellen zu müssen, dass mein hart erarbeitetes Konzept von der UEFA zwar abgelehnt wurde, aber dann in Eigenregie von der UEFA realisiert wird, was laut der obigen Regelungen rechtlich wahrscheinlich auch noch absolut legitim wäre.

Da passt dann der Satz aus dem offenen Brief des Kommunikationsverbandes:

Wir glauben, dass gerade die UEFA den Fairplay-Gedanken nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch im Geschäftsleben umsetzen muss.

Ich bin mal gespannt, ob die UEFA aufgrund der offenen Briefe seine Bedingungen ändern wird oder ob die Marketingagenturen einfach auf die Erstellung der Konzepte verzichten werden.

Quellen: Offener Brief des FME, Offener Brief des Kommunikationsverbandes

via: off the record

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