FIFA gegen die Politik

von: Frank

Die FIFA lässt derzeit mal wieder die Muskeln spielen und kämpft in vielen Ländern gegen die Einmischung der Politik in den nationalen Fussball. Laut FIFA Statuten müssen die Fussballverbände der FIFA Mitgliedsländer unabhängig von der Politik sein. Das ist zwar eine vernünftige Forderung, aber bei der politischen Situation in manchen Ländern logischerweise nicht wirklich möglich. In Ländern in denen alles von Staatshand kontrolliert und gelenkt wird, wird man nur ungern eine Sportart, die ein ganzes Volk begeistert und sicherlich auch teilweise ein politisches Instrument der Regierungen darstellt, in die Hände eines von der Politik unabhängigen Verbandes geben.

Derzeitiges Problemkind Nummer eins ist Kenia, laut FIFA wird die Suspendierung des Verbandes aufgrund der systematischen Obstruktionspolitik des Sportministerium und der Einmischung der nationalen Sportkommission in die Angelegenheiten des Verbandes bis auf weiteres bestehen bleiben, wenn die Regierung nicht bis zum, von der FIFA gesetzten Termin, 28 Februar einlenkt. Wie CNN berichtet, fand am Donnerstag ein treffen zwischen Abgesandten des Afrikanischen und Kenianischen Fussballverbands und der Kenianischen Regierung statt, bei denen die Kenianer zugesagt haben sollen die Forderungen der FIFA zukünftig erfüllen zu wollen, ob das wirklich so wird bleibt abzuwarten, aber zum jetzigen Zeitpunkt sieht es erstmal so, als ob die FIFA mit der Setzung dieses Ultimatums erfolgreich gewesen zu sein scheint.

Ein weiteres Problemkind, wo man es eigentlich gar nicht so erwartet, ist Polen. Auch den Polen droht eine Suspendierung von der FIFA, wenn sie nicht schnellsten die von der FIFA geforderten Änderungen vollziehen. Bereits im Oktober vergangenen Jahres wurde ein Aktionsplan zwischen der FIFA und dem polnischen Fussballverband (PZPN) vereinbart, dieser Plan wurde aber nicht eingehalten. Die Leitung des PZPN hat derzeit ein von Polens Sportminister eingesetzter Kommissar, sollte sich das bis zum 31.März nicht durch eine von der FIFA und UEFA akzeptierten Wahl ändern, könnte dies zur Suspendierung des polnischen Verbandes führen, womit auch die Teilnahme an internationalen Wettbewerben nicht mehr möglich wäre.

In den Fussballverbänden Albaniens, Bosnien-Herzegowina, Iran, Mazedonien, Peru, Senegal, Togo, Türkei und Tunesien, die auch unter der spezieller Beobachtung der FIFA stehen, konnte die FIFA zumindest Teilweise Fortschritte erkennen.

Ich halte die Vorgehensweisen der FIFA zwar nicht immer für richtig, aber in diesen Fällen finde ich es genau richtig, es kann nicht sein, dass der Sport als politisches Instrument von den Regierungen ausgenutzt wird, bezweifle aber, ob es in Ländern wie Kenia eine wirkliche Trennung von Sport und Politik geben wird oder ob diese nur auf den offiziellen Papieren existieren wird.

Quellen: CNN, Herald Tribune

6 Kommentare bisher

  1. [...] Sonntag, 25.02.2007 Ball-Blog: FIFA gegen die Politik Die FIFA lässt Ihre Muskeln spielen, dank dem Ball-Blog sind wir Live dabei! Übrigens Polen und Kenia sind grad auf der Abschussliste der FIFA… [...]

  2. [...] In dem Beitrag “FIFA gegen die Politik“, hatte ich bereits geschrieben, dass die FIFA den Polen ein Ultimatium gesetzt hat, beim polnischen Fussballverband wieder eine unabhängige Geschäftsführung einzusetzen oder andernfalls mit dem Ausschluss des polnischen Verbandes aus der FIFA und somit auch allen internationalen Wettbewerben gedroht. [...]

  3. [...] Der Druck den die FIFA auf Polen’s und Kenia’s Regierungen und Fussballverbände ausgeübt hat, scheint sich auszuzahlen. Nachdem die Polen vor ein paar Tagen den Forderungen der FIFA, Fussballverband und politische Regierung zu trennen, nachgekommen ist und sich wieder ein vollständiges Mitglied der FIFA Familie nennen darf, scheint jetzt auch Kenia’s Regierung den Forderungen nachzukommen und eine von der Regierung unabhängige Führung des kenianischen Fussballverbandes zuzulassen. Also geht doch! [...]

  4. Fritten, Fussball & Bier am 18.03.2007

    EM 2012 in der Ukraine und Polen…

    Es ist wohl schon beschlossene Sache, die EM 2012 soll in der Ukraine stattfinden. FIFA-Präsident Sepp Blatter hat jetzt öffentlich Partei für den osteuropäischen Staat ergriffen.

    Ich hoffe, dass die Europameisterschaft 2012 in der…

  5. [...] Über die Skandale der Italiener wurde ja in den deutschen Medien ausführlich berichtet, nicht zuletzt weil die Topclubs der Serie A darin verwickelt waren, aber von den Korruptionsproblemen im polnischen Fussballverband und der Drohung der FIFA, Polen zu suspendieren, hat fast keiner was mitbekommen und die aktuelle Situation in der Ukraine beschreibt meines Erachtens der ukrainische Student Orest Poltawski sehr treffend: “Wir bringen nicht mal eine normale Regierung zu Stande und nun sollen wir eines der wichtigsten Sport-Ereignisse Europas austragen” Fussball24 [...]

  6. Fritten, Fussball & Bier am 26.06.2010

    Muss die FIFA jetzt Frankreich ausschließen?…

    ……

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