England hat die beste Nationalmannschaft

von: Frank

Davon ist zumindest die Mehrheit der 1,3 Milliarden Chinesen überzeugt. Wenn man sich mal die Ergebnisse einer Untersuchung der Warwick Business School, die im Auftrag der FA durchgeführt wurde, durchliest, ist einem auch sofort klar weshalb die Premier League solche TV-Verträge abschließen und die Bundesliga nur neidisch zusehen kann.

96,3% der chinesischen Fussballfans halten bei internationalen Turnieren ohne chinesische Beteiligung zu einem anderen Nationalteam. 26,35% entscheiden sich dabei für die englische Nationalmannschaft gefolgt von Brasilien (20,61%), Argentinien (11,82%) und Deutschland und Italien mit jeweils 10,81%.

Bemerkenswerter finde ich, dass über 75% der chinesischen Fussballfans sich mehr für internationalen als den lokalen Fussball interessieren und genau das ist der Punkt, wo die Chance für die Bundesliga liegt. Aber warum antworten die Fans auf die Frage, welche Mannschaften sie am häufigsten sehen, 27,2% mit England, 12,9% Brasilien, 11,2% Italien und dann kommt auf Platz vier schon Manchester United mit 9,5%.

Ok, dass Brasilien bei diesen Umfragen immer vorne mit dabei ist, liegt wohl daran, dass sie einfach die besten Spieler haben und meistens den schönsten und erfolgreichsten Fussball spielen.

Nur woher kommt der große Unterschied zwischen Endland und Deutschland? England hat mit der Nationalmannschaft keine besonderen Erfolge vorzuweisen und deren Fussball würde ich auch nicht als super attraktiv bezeichnen. Ich vermute der Grund für die Beliebtheit der englischen Nationalmannschaft hängt direkt mit der Premier League und natürlich Werbekönig David Beckham (auf den die Chinesen anscheinend voll abfahren) zusammen. Die Premier League ist in meinen Augen, seit einigen Jahren die beste Liga und versteht es hervorragend sich international zu vermarkten, was anscheinend der Bundesliga nicht wirklich gelingt. Von Zeit zu Zeit spielen die Bayern mal ein Spielchen in Asien, aber sonst passiert doch nichts Nennenswertes. Wenn dann bei der Neuvergabe der Bundesligarechte über die Startzeiten der Bundesligaspiele diskutiert wird, schreien alle auf und wollen die Spiele „wie es sich gehört” am Samstag Nachmittag sehen. Auf der anderen Seite, wollen wir aber auch ein paar Top-Spieler in der Bundesliga haben, doch “ohne Moos nix los” und da schließt sich der Kreis wieder. In England gibt es die (in unseren Augen) merkwürdigsten Startzeiten für die Spiele und diese Startzeiten hat die FA nicht angesetzt, weil die Fans das unbedingt so haben wollten, sondern weil man einfach erkannt hat, welche Einnahmen mit den Verkauf der internationalen TV-Rechte möglich sind und diese Einnahmen sind natürlich viel höher, wenn den internationalen Fans auch die Möglichkeit gegeben wird einen Teil der Spiele zu einer halbwegs erträglichen Zeit zu sehen.

Aufgrund dieser Tatsachen wird die Premier League ihren Vorsprung gegenüber den anderen Ligen in den nächsten Jahren wahrscheinlich noch weiter ausbauen können und somit auch immer mehr vom großen und wahrscheinlich noch viel größer werdenden „Geldkuchen China“ abbekommen.

Für die Bundesliga heisst das, entweder man tritt den Anforderungen des internationalen Marktes offener gegenüber oder man findet sich damit ab, dass wir mit den anderen Topligen auf Dauer nicht mehr mithalten können. Wie seht ihr das?

Eigentlich wollte ich ja noch auf viel mehr Prozentwerte aus der Studie hier eingehen, aber irgendwie bin ich dann doch wieder bei den TV-Rechten gelandet und der Post ist nun wirklich schon lang genug :-) Wer also noch mehr Ergebnisse der Warwick Business School Studie wissen möchte kann das alles hier nachlesen: http://www2.warwick.ac.uk/newsandevents/pressreleases/england_football_team/

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