Die schwere Aufgabe des Schiedsrichterdaseins

von: Christian

Gerade in der Bundesliga geraten die Schiedsrichter immer wieder in die Kritik von Vereinen, Zuschauern und TV-Experten. Zweikämpfe werden zu kleinlich bewertet und abgepfiffen, „klare“ Abseitsentscheidungen nicht erkannt und oft mindestens eine Minute zu wenig nachgespielt.

Doch gerade im Bezug auf die Zweikämpfe sollte sich der Kritiker die Kehrseite der Medaille betrachten und sich vor Augen halten, dass die physischen Anforderungen an den Fußball in den letzten Jahren weiter gewachsen sind und das Spiel somit auch von schnelleren, und damit oftmals auch härteren, Zweikämpfen geprägt ist. Die zurzeit von den Medien diskutierte angestiegene Zahl von Gesichtsverletzungen könnte somit durchaus auf die schnellere und körperlichere Spielweise zurückzuführen sein. Und da die Gesundheit der Spieler immer vorgeht und vorgehen wird, ist es meiner Meinung nach mehr als richtig, kleinere Delikte (beispielsweise das „Ellenbogenausfahren“ im Kopfballduell) und auch nur deren Versuch hart zu bestrafen und im Keim zu ersticken.

Für die, welche weiterhin auf die Schiedsrichter schimpfen sei eines angemerkt: Auch wenn der Beruf des Schiedsrichters in Zukunft professionalisiert werden soll und die Schiedsrichter ein starkes Nervenkostüm besitzen, bleiben sie nach wie vor Menschen. Dies belegt eine empirische Studie: Forscher zeigten zwei Gruppen von Schiedsrichtern ein komplettes Spiel auf Video. Die eine Gruppe schaute das Spiel ohne Ton an, die andere hingegen mit Fangesängen. Die Schiedsrichter, welche den Fangesängen ausgesetzt waren, pfiffen dabei 15,5 % weniger Fouls gegen die Heimmannschaft. Deswegen sind Fehler bei aller Objektivität scheinbar auch im Unterbewusstsein produzierbar. In diesem Sinne, gerade im Zuge voranschreitender Gewalt im Profifußball, möchte ich an den Fairplaygedanken im Profisport appellieren und darauf hinweisen: Bei aller Konkurrenz, Emotionen und Leiden bleibt Fußball Sport (und sollte es auch bleiben)

2 Kommentare bisher

  1. Holger am 13.03.2012

    Hallo,

    das Schiedsrichterdasein ist meiner Meinung nach immer noch etwas vom Sportwettenskandal vor ein paar Jahren beeinträchtigt!

    Grüße

  2. Peter am 17.03.2012

    Ich stimme dem Artikel zu und muss sagen, ich möchte kein Schiedsrichter sein.

    Bei der Schnelligkeit und Hektik eines Fußballspieles, ist es meiner Meinung nach ganz normal, daß auch immer mal wieder Fehlentscheidungen getroffen werden. Das würde jedem von uns genauso gehen.

    Natürlich ist eine Fehlentscheidung ärgerlich, aber es darf nicht vergessen werden, daß dem Schiedsrichter leider ja keine Zeitlupenaufnahmen und andere Blickwinkel von den vielen Kameras zur Verfügung stehen, so wie dem Fernsehzuschauer.

    Wenn das Regelwerk des Fussballs entsprechend geändert werden würde, und der Schiedsrichter die Möglichkeit hätte, zumindest bei Schwierigken Entscheidungen eine Zeitlupenaufnahme aus verschiedenen Blickwinkeln auszuwerten, dann könnten bestimmt viele Fehlentscheidungen vermieden werden.

    Auf der anderen Seite würde der Spielfluss durch solche Analysen sehr verzögert werden, was wiederum die Attraktivität des Spiels reduziert.

    Ich persönlich habe großen Respekt vor den Schiedsrichtern, die ihre Arbeit ehrlich und fair durchführen und möchte nicht mit ihnen tauschen.

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