Deutschland – England 4:1
von: Eric
Der Gedanke des Fair-Play steht immer im Vordergrund. Sagen wir, sollte immer im Vordergrund stehen. Man soll fair miteinander umgehen. Sich respektieren. Damit man sich immer wieder in die Augen schauen kann. Wenn jemand am Boden liegt, soll man nicht noch nach ihm treten.
Alles absolut ehrenhafte Ideen, die ich voll und ganz unterstütze. Ich bin auch für gelbe Karten für Schwalben, würde selbst sogar rote ziehen.
Aber gestern ist es passiert. 44 (in Worten vierundvierzig) Jahre nach dem Wembley-Tor hat es eine ausgleichende Gerechtigkeit gegeben. Die englische Nationalmannschaft hat gestern gegen uns ein Wembley-Tor geschossen. Und das Beste ist, wie damals. Jeder, aber auch jeder außer den Schiedsrichtern , hat gesehen, dass der Ball drin war.
Und es tut gut. Wirklich. 44 Jahre haben die Engländer so getan, als wäre der Ball damals im Endspiel gegen Deutschland drin gewesen. Das haben wir nicht nötig. Wir geben sogar zu. Der Ball war drin! Ja, es wäre ein Tor gewesen. Egal.
So etwas nennt man ausgleichende Gerechtigkeit und hiermit ist die Schuld getilgt.
Ach ja, das Spiel endete 4:1. Die höchste Niederlage einer englischen Nationalmannschaft bei einer WM und wieder waren wir es. (Wie z. B. das letzte Tor im alten Wembley Stadion, bevor es abgerissen wurde. Wir haben gewonnen).
Bei jedem Spiel gegen uns sprechen die englische Blätter von der deutschen Kriegsmaschinerie, den deutschen Panzern, Blitzkrieg und so weiter. Das finde ich schon immer völlig daneben, denn es gehört nicht hierher.
Daher empfinde ich diesen Sieg in zweierlei Hinsicht als eine Genugtuung und eine gerechte Strafe.
Klasse fand ich, dass es meines Wissens nach keine Randale gegeben hat und die Fans gemeinsam gefeiert haben. Auch das hat mich gefreut. Ab morgen sind wir wieder für Fair Play, aber heute dürfen wir es genießen. Nur heute.

