Der Job des Trainers

von: Christian

Einer der bestbezahltesten aber auch unsichersten Jobs unserer Zeit ist mit Sicherheit der Trainerposten im Profifußball. Nach den an Wochenende vollzogenen Entlassungen von Friedhelm Funkel und Robin Dutt stellt sich die Frage nach den Gründen und der Notwendigkeit von Entlassungen.

Als einen der wichtigsten Gründe für die Entlassung von Trainern ist sicherlich der enorme Leistungsdruck, dem die Vereine ausgesetzt sind, anzuführen. Sportvereine sind Wirtschaftsunternehmen, die zu kurzfristigem Erfolg verdammt sind und den Erwartungen von Sponsoren, Gesellschaftern oder Funktionären gerecht werden müssen. Oft scheint auch das (persönliche) Verhältnis zwischen Manager / Sportdirektor und Trainer ausschlaggebend für eine Trennung. So gibt es Trainer, die als stur gelten und wenig Wert auf interne Kommunikation legen. Doch nicht selten liegt das Problem auch direkt im sportlichen Bereich. Trainer, die unabhängig vom Spielermaterial auf ihr System schwören, bleibt der Erfolg möglicherweise genauso oft verwehrt wie den Trainern, die schlichtweg nicht zu den Charakteren der Mannschaft passen.

Doch inwiefern steht die Mannschaft in Bezug auf dieses Thema in der Pflicht? Gibt man der Mannschaft mit der Entlassung eines Trainers nicht ein Alibi für schlechte Leistungen? Oftmals sind die Leistungssprünge die aus einem Trainerwechsel resultieren unerklärlich und können auf zwischenmenschliche Probleme mit dem Trainer hinweisen. Fest steht, dass ein Trainer neben einem Fußballfachmann auch Psychologe und Soziologie sein sollte. Optimalerweise kann er sich in die Spieler hineinversetzen, Gruppierungen innerhalb der Mannschaft auflösen, den Teamgeist stärken und mit scharfem Blick die internen Vorgänge im Verein verfolgen.

Insgesamt erscheint der Job des Trainers alles andere als einfach. Sportlicher Misserfolg ist im Grunde nur das Resultat einer ganzen Reihe aus Fehlentwicklungen die Mannschaft, Trainer und Vereinsumfeld betreffen und im Endeffekt hält der Trainer als Verantwortlicher seinen Kopf hin. So komplex die Gründe also zu sein scheinen, wünschen wir uns in Zukunft mehr Kontinuität bei der Besetzung von Trainerposten. Das die systematische, langfristige Arbeit und der Glaube in die Fähigkeiten des Trainers Erfolg bringen können zeigen die Teammanagermodelle in England, wo Sir Alex Ferguson oder Arsène Wenger seit Jahren gute Arbeit leisten.

1 Kommentare

  1. Garg am 02.05.2012

    Hallo,

    ich bin hier grad auf diesen interessanten Artikel gestoßen, dessen Autor sich, genau wie ich, mehr Kontinuität auf der Trainerposition wünscht.

    Übrigens gibt es Studien, die besagen, dass Trainerwechsel keine positiven Auswirkungen haben, auch nicht in der kurzen Frist. Näheres dazu findest du auf meiner Wirtschaftsseite, wo ich ebenfalls einen Artikel über das Thema Trainerwechsel geschrieben habe

    Auch sonst ein sehr interessanter Blog, den ich auf meiner Seite verlinken werde.

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