Bundesliga live auf dem Handy gucken

oder wie Christian Seifert es nennen würde, die neue Killerapplikation. Dazu später mehr.

In diesem Jahr sollen die Bundesligarechte für die Spielzeiten 09/10, 10/11 und 11/12 für möglichst viel Kohle an den Mann gebracht werden und da ist es nicht verwunderlich, dass so langsam die ersten öffentlichen Äußerungen zu diesem Thema von den Beteiligten zu hören und zu lesen sind. Christian Seifert, DFL Chef, hat dazu sich dazu noch mal in einem Interview mit dem Handelsblatt geäußert und den in Frage kommenden Käufern direkt zu verstehen gegeben, dass es die Bundesliga nicht für lau gibt.

Soweit verständlich, was mich jedoch an der ganzen Sache stört, ist die Tatsache, dass die Sportschau immer als Argument für alles herhalten muss. Wurde der Preis nicht mal durch Angebot und Nachfrage und nicht durch die Sportschau bestimmt? ;-) Einerseits ist die Sportschau oder besser gesagt deren frühe Sendezeit dafür verantwortlich, dass nicht höhere Einnahmen für die Liveübertragungsrechte erzielt werden können.

Je später die Sportschau ausgestrahlt werden soll, desto teurer werden die Live-Rechte an der Bundesliga. Exklusivität ist nun mal das teuerste Gut im Fernsehgeschäft. Darauf muss sich Premiere einstellen.

Anderseits gibt es aber für ihn auch keinen Anlass, die Übertragungsrechte für die Zusammenfassungen am Samstagabend dann auch billiger abzugeben.

Seine Antwort auf die Frage, ob rund 100 Millionen für Zusammenfassungen nicht zu viel sind.

Gegenfrage: Wie viele TV-Inhalte können Sie mir nennen, die regelmäßig sechs Millionen Zuschauer vor den Bildschirm ziehen und über 30 Prozent Marktanteil schaffen? Für die Öffentlich-Rechtlichen ist die Bundesliga ein preiswertes Produkt. Der Zuschauer zahlt monatlich weniger 30 Cent seiner Gebühr für die Bundesliga. In Anbetracht der enormen Popularität beim Zuschauer halte ich das für nicht zu teuer.

Aus dieser Antwort schließe ich auch, dass man bei der DFL nicht daran denkt diese Rechte günstiger abzugeben.

Dazu meine Gegenfrage: Die DFL hätte gerne von allen Käufern der Bundesligarechte mehr Geld, möchte aber die Konditionen im Endeffekt nur für einen Käufer verbessern. Wie soll das bitteschön funktionieren?

Auch wenn es sich jetzt vielleicht anders anhört, ich bin dafür, dass die DFL  alles versucht, um möglichst viel für Bundesligaübertragungsrechte herauszuholen, damit die deutschen Vereine im internationalen Vergleich auch zukünftig die Chance haben mitzuhalten. Doch es muss auch jedem bewusst sein, dass die Käufer der Übertragungsrechte die investierte Kohle wieder einnehmen möchten, was sie entweder mit einer Steigerung der Abonnentenzahlen oder einer Preissteigerung erreichen können. Irgendwie ist das alles ein Zweischneidiges Schwert.

Jetzt aber zu „Fussball live auf dem Handy gucken“. Als ich diesen Satz…

Die Bundesliga Live zu verfolgen, z. B. wenn man unterwegs ist, ist eine Killerapplikation.

wurde mir sofort klar, dass er Recht hat! Wenn ich mir vorstelle auf meinem kleinen Handybildschirm ein komplettes Fussballspiel sehen zu müssen, wäre es eine Killerapplikation für mein Handy, welches dann an die Wand fliegen würde ;-)

Ich bin mal gespannt, was es in den nächsten Monaten bzgl. der Übertragungsrechte noch alles zu hören und lesen gibt. Denkt ihr die Sportschau wird überleben?

Handelsblatt Interview mit Christian Seifert

1 Kommentare

  1. Hanse am 05.09.2007

    Ich vermute mal aus dem Stand heraus, dass die deutsche Handy-Provider-Landschaft der Österreichischen um 1-2 Jahre hinten ist. Daher kann ich Euch sagen – vergesst es. Bewegte Bilder am Handy sind mit heutigen Übertragestandards (data) nicht zu empfehlen. Probiers immer wieder – Filme ja, Sport nein.

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